Und täglich grüßt das Murmeltier…ähhh…JOBCENTER.

Wie ich ja bereits auf der Einführungsseite erwähnt habe, wollte ich ja über einige selbst erlebte, zum Teil Haarsträubende Geschichten, im Umgang mit dem allseits beliebten JOBCENTER berichten.

Hier nun also der Beginn dieser Schilderungen, teils zum lachen, meist jedoch zum weinen…

Es war ein Mal beim Jobcenter – Nee, diese Story’s sind einfach zu ärgerlich, als dass man sie wie ein Märchen erzählen könnte. Vor einigen Jahren hatte unsere alte Vermieterin in Neukölln, das Haus in dem wir lebten an einen windigen Käufer verkauft. Alles sah auf den ersten Blick sehr vielversprechend aus und der neue Besitzer versprach einige Änderungen, die uns auch nicht finanziell ausbluten lassen sollten. Es wurden ein paar Verschönerungen am Haus ausgeführt und eine Heizung wurde eingebaut. Die Vorauszahlungen für Heizkosten, Betriebskosten fielen auch moderat aus, so dass man den Betrag auch aufbringen konnte. Die neuen Mietzahlungen wurden dem Jobcenter auch ordentlich per Änderungsmitteilung Bekannt gegeben, Miete nebst Abschlägen für Heizung und Betriebskosten wurden übernommen, also alles Schick auf den ersten Blick.

Nach Ablauf der entsprechenden Zeitspanne, hatten wir dann auch die erste Abrechnung der Betriebs.-und Heizkosten im Briefkasten. Beim lesen dieser Abrechnung wurde uns dann jedoch erst einmal echt übel. Aufgrund der geringen gezahlten Vorauszahlungen für Betriebs.-und Heizkosten, belief sich die Nachzahlung auf

sage und schreibe beinahe 2500.-€ !!!

Nachdem die zeitweilig anhaltende Schnappatmung ein Ende hatte, wurde die Abrechnung dann im Original an das Jobcenter übermittelt, mit dem Antrag auf Übernahme dieser Kosten. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine s.g. Angemessenheitsgrenze, so das eigentlich mit der Übernahme zu rechnen war.

Der erste Streich vom Jobcenter Neukölln, damals noch in der Sonnenallee ansässig, erfolgte dann in Form eines Anschreibens, in dem wir aufgefordert wurden diese Abrechnung vom Mieterverein oder Anwalt unseres Vertrauens überprüfen zu lassen. Dieser Aufforderung sind wir natürlich unverzüglich nachgekommen, um Ärger zu vermeiden. Der Mieterverein stellte fest, dass offensichtlich alles soweit okay war mit dieser Abrechnung, bescheinigte uns schriftlich, dass diese Überprüft wurde, wollte uns aber keine schriftliche Bestätigung geben, dass alles seine Richtigkeit damit hatte. Die Begründung dafür lautete : Wir sind nicht der Erfüllungsgehilfe des Jobcenters. Wenn diese eine Bestätigung haben wollen, dann sollen sie ihre eigenen Fachleute bemühen.

Okay, soweit so gut. Mit der Bestätigung vom Mieterverein über die erfolgte Überprüfung, der Abrechnung im Original nebst einer guten Portion an Zuversicht bewaffnet, machten meine Frau und ich uns also auf den Weg zum Jobcenter. Ich hatte zuvor noch eine schriftliche Erläuterung der Umstände bzw. Zusammenhänge, im Zusammenhang mit dem Kauf des neuen Vermieters usw. angefertigt, damit der entsprechende Sachbearbeiter sofort den vollen Durchblick bekommen sollte. Unser persönliches Erscheinen sollte dem Zweck der sofortigen Erklärung der Umstände dienen, für den Fall das es Nachfragen bezüglich der Höhe der Nachzahlung o.ä. geben sollte. Ein persönliches Wort hilft ja bekanntlich, zum besseren Verständnis beizutragen.

Im Jobcenter angekommen, machte sich jedoch sofort Ernüchterung breit. Es schien offensichtlich schier unmöglich zu sein, einen Sachbearbeiter zu finden, der für uns und unser Anliegen zuständig und ausreichend bewandert in Wort und Schrift war, um unser Anliegen zu verstehen. Nachdem wir ca. 45min durch das ganze Haus geirrt waren, fanden wir – Ohh Wunder – einen Ansprechpartner, der meinte für uns und unsere Angelegenheit zuständig zu sein. Welch eine Freude, auch blinde Hühner finden ja bekanntlich das ein oder andere Korn. Voller Elan und Erklärungsbedarf, berichteten wir also warum wir da waren, warum diese Nachzahlung, warum die Höhe der Nachzahlung, warum Mieterverein nicht die Korrektheit bestätigen wollte und zu guter Letzt drückten wir Ihm sämtliche Papiere in die Hand. Schon beim erzählen, beschlich mich das komische Gefühl, das dieser Typ sehnlichst auf das Ende der Erzählungen von uns wartete und nebenbei erschien mir sein Gesichtsausdruck ungefähr so, als wollte ich meiner Katze erklären, dass die Jagd auf Mäuse ungesund, ungehörig und überhaupt ne echte Schweinerei beim zerkauen des Opfers geben würde…

Nachdem wir ihm die Unterlagen übergeben hatten, machte er sich Pflichtbewusst daran den Kram ordentlich zu kopieren, um alles für die Akten und die Nachwelt zu erhalten. Er legte also einen Teil der Unterlagen auf seinen Schreibtisch, rannte mit einem Drittel der Papiere raus auf den Flur, kam etwas unschlüssig kurze Zeit später wieder zurück um ein weiteres Drittel zu holen, lief dann noch einmal auf den Flur, kam wieder zurück und holte auch das letzte Drittel zum kopieren. Spätestens jetzt konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass er nicht kopierte, sondern eher drei Mal auf´s Klo rannte um an seinem Joint zu ziehen *ggg*. Leicht wuschig im Haar und etwas verwirrt kam er schliesslich zurück, es fehlten aber die Kopien. Dieser Umstand ist ihm dann auch aufgefallen, nachdem er uns die Originale ausgehändigt hatten und daher verließ er abermals, irgendwas von „So ein Mist“ murmelnd, den Raum. Vermutlich war der Joint jetzt alle, denn bei seiner Rückkehr hatte er doch tatsächlich die Kopien dabei. Nachdem er dann drei – vier Mal den Kram auf dem Tisch aufgestubst hatte, es soll ja alles gerade sein, erklärte er uns dann, dass wir nun endlich zu einer anderen Sachbearbeiterin in`s Büro könnten, weil diese die eigentlich zuständige sei und wir bei Ihr sicher gut aufgehoben seien. Hääähhhh ? Langsam fühlte ich mich echt verarscht und konnte mir die Frage : „Warum haben wir Ihnen eigentlich den ganzen Kram erzählt, wenn Sie doch nur der Copyman sind ?“ nicht verkneifen. Ohne die Antwort abzuwarten, hätte bestimmt nochmal 15min für Formulierung und Weg vom Hirn zum Mund gedauert, gingen wir dann also leicht gefrustet in das angewiesene Büro.

Das was uns hinter dieser Tür erwartete, nötigte mir dann echt Respekt und etwas Demut ab. Ein weibliches Wesen mit ca. 150kg Lebendgewicht, gefühlter BH Größe von 300 DD und leicht missmutigem Blick stand uns gegenüber. Nach einem gemurmeltem „Guten Tag“, was sich so anhörte wie „Was wollt ihr hier ?“, schickte sie sich an auf ihrem Bürostuhl Platz zu nehmen. Zugegeben, ich hatte echt Angst um den Stuhl und überlegte kurz wie wir sie wieder hochbekommen würden, wenn es geschehen war. Wider Erwarten ging alles gut, sie legte die gesamte Oberweite auf den Schreibtisch und ich rückte rein vorsorglich etwas zurück, behielt dabei die Papiere erst mal in der Hand, denn es wurde schon etwas knapp auf dem Tisch. Es folgten abermals ca. 45-50min voll der Erklärungen und schließlich dann zum Abschluss unsere Bitte um Kostenübernahme und schnelle Erledigung der Angelegenheit. Sie versprach, sich umgehend um diese Sache zu kümmern, konnte uns aber nicht sagen wann alles erledigt sein würde. Nachdem wir uns mit dem echt tollen Gefühl verabschiedet hatten, endlich etwas erreicht zu haben, traten wir den Heimweg an.

Am zweiten Tag nach dem Denkwürdigen Besuch beim Jobcenter dann die Überraschung. Meine Frau brachte vom Briefkasten ein Schreiben vom Jobcenter Neukölln mit. WHOW, na das ging ja mal echt schnell !!! Für einen kurzen Moment hatte ich ein schlechtes Gefühl, denn eine Sachbearbeiterin die trotz ihrer Fülle so flink Ihre Aufgaben abarbeitet, muss einfach nur cool sein. Schnell war der Umschlag geöffnet, der Brief gelesen…und dann stand ich mit offenem Mund in der Küche rum und konnte nicht glauben, was ich soeben gelesen hatte. Schweigend drückte ich das Schreiben meiner Frau in die Hand, die sich sofort auch an’s lesen machte. Das lesen dauerte nur kurz, das Verarbeiten des Inhalts schon deutlich länger. Die betreffende Sachbearbeiterin teilte uns mit, dass sie in dieser Sache nicht zuständig und für weitere Nachfragen erst in drei Wochen wieder erreichbar wäre, da sie nun im Urlaub sei.

Noch einmal kurz zum nachdenken : Man verbringt zusammen den kompletten Vormittag beim Jobcenter, erklärt Stundenlang den Mitarbeitern dort sein Begehr, gibt sämtliche, erforderlichen Unterlagen ordnungsgemäß dort ab und denkt, nun alles erledigt und zum besseren gewendet zu haben und dann bekommt man dieses Schreiben mit dem o.g. Inhalt !!!

Mir ist echt „UNVERSTÄNDLICH“ wie sich die Mitarbeiter dort wundern können, dass man Ihnen mit Backsteinen die Fenster einwirft. Angemessen wäre eigentlich ein großer Hammer für den Kopf solcher Leute.

Zu guter Letzt sei hier noch erwähnt, dass sich dann schlussendlich doch noch alles zum Guten gewendet hat. Allerdings haben wir uns nach diesem Erlebnis nicht mehr die Mühe gemacht evtl. selbst etwas zu erreichen, sondern haben uns umgehend an unseren Anwalt gewandt, der dann alles für uns erledigt hat. Eine nette Geschichte, aber komplett der Wahrheit entsprechend und letztlich mit gutem Ende für uns, aber das war nicht immer so wie ich bald berichten werde. Seit gespannt auf die nächste Story.

Greetz from Detman…

To be continued…

 

Antrag abgelehnt…mal wieder :-(

Es ist immer wieder klasse mit zu erleben, wie das allseits beliebte Jobcenter mit Menschen bzw. Gesetzen umgeht. Man könnte sich eigentlich fragen : Sind unsere Sozialgesetze eigentlich auch für die Jobcenter gültig, oder backen die sich dort ihre eigenen Vorschriften ?

Erst vor kurzem musste ich wieder einmal die Leidvolle Erfahrung machen, das weder bestehende Gesetze, noch Ausführungsvorschriften dazu geeignet sind dafür zu sorgen, das vom Jobcenter sinnvolle – geschweige denn wirtschaftliche Entscheidungen im Sinne der Unterstützung von Hilfebedürftigen getroffen werden.

Hier mal ein kurzer Abriss des erlebten:

Im Juni habe ich einen Antrag auf Bewilligung von Brennstoff Beihilfe beim zuständigen Jobcenter gestellt. Sinn und Zweck der Aktion war eigentlich, schon im Sommer von den günstigen Preisen zu profitieren, einen Vorrat an Kohlen liegen zu haben, damit man evtl. Auch im September mal heizen kann falls es kalte Tage gibt und nicht zuletzt gibt es ja das Gebot der Wirtschaftlichkeit, man sollte also das Geld vom Staat nicht für teure Bauhaus Käufe verplempern.

Wie man sich denken kann, wurde mein Erstantrag natürlich abgelehnt. Widerspruch eingelegt und sachlich begründet. Wirtschaftlichkeit, günstig einkaufen-also mehr Kohle für das gleiche Geld. Außerdem im Sinne der Ausführungsvorschriften gehandelt und natürlich möchte man auch nicht gegenüber Menschen mit Heizung zu Hause benachteiligt werden. Darüber hinaus fragt man sich auch, mit welchem Recht das Jobcenter eigentlich bestimmen will wann es kalt zu sein hat ?

Vor kurzem nun, immerhin schon nach beinahe drei Monaten, hat man es geschafft meinen Widerspruch zu bearbeiten…natürlich wieder abgelehnt. Okay, nun ist man also als Mensch mit Ofenheizung doppelt gearscht : zum einen hat man den Beschaffungsstress, zum anderen hab ich nun also die Wahl. Sollte es tatsächlich im September mal kalt werden, dann kann ich mir überlegen ob Stube warm oder essen. Denn die Kohlen die ich kaufen müsste, darf ich ja dann von meinem Lebensunterhalt bezahlen. Wenn ich dann die Rechnung einreiche, kann es schon mal zwei Wochen dauern, bis man mir das Geld erstattet. Könnte mir evtl. Noch vorstellen, dass man die Kostenübernahme komplett ablehnt, denn es darf ja nur vom 01.10. – 31.04. kalt werden, hat ja das Jobcenter so festgelegt soll sich Petrus halt dran halten.

Ach ja, nicht zu vergessen natürlich, dass man im Sommer ca. 170.-€ – 190.-€ für eine Tonne Kohle bezahlt. Im Herbst oder Winter sind’s dann schon mal 230.-€. Rechnet mal durch wie viel Kohle man also weniger bekommt. Im Sommer bekommt man drei Tonnen für 510.-€, im Herbst oder Winter zahlt man für zwei Tonnen schon 460.-€. Super durchdacht beim Jobcenter.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es im Sinne des Gesetzgebers ist, dass jemand mit Ofenheizung derart benachteiligt wird. Gab es da nicht mal so etwas wie den Gleichbehandlungsgrundsatz ? Sicher, ich könnte jetzt Klage beim Sozialgericht einreichen, aber will man sich den ganzen Kram mit Prozesskostenhilfe usw. antun, zumal die Angelegenheit dann wahrscheinlich erst in zwei Jahren oder mehr entschieden wird ?

Genau darauf bauen die Leute beim Jobcenter – Fördern und fordern – das ich nicht lache. Das ich chronisch krank bin und schwer behindert dazu, sei hier nur am Rande erwähnt.

Das war’s fürs erste, werde euch immer mal wieder auf dem Laufenden halten.

Greetz from Detman 🙂