Antrag abgelehnt…mal wieder :-(

Es ist immer wieder klasse mit zu erleben, wie das allseits beliebte Jobcenter mit Menschen bzw. Gesetzen umgeht. Man könnte sich eigentlich fragen : Sind unsere Sozialgesetze eigentlich auch für die Jobcenter gültig, oder backen die sich dort ihre eigenen Vorschriften ?

Erst vor kurzem musste ich wieder einmal die Leidvolle Erfahrung machen, das weder bestehende Gesetze, noch Ausführungsvorschriften dazu geeignet sind dafür zu sorgen, das vom Jobcenter sinnvolle – geschweige denn wirtschaftliche Entscheidungen im Sinne der Unterstützung von Hilfebedürftigen getroffen werden.

Hier mal ein kurzer Abriss des erlebten:

Im Juni habe ich einen Antrag auf Bewilligung von Brennstoff Beihilfe beim zuständigen Jobcenter gestellt. Sinn und Zweck der Aktion war eigentlich, schon im Sommer von den günstigen Preisen zu profitieren, einen Vorrat an Kohlen liegen zu haben, damit man evtl. Auch im September mal heizen kann falls es kalte Tage gibt und nicht zuletzt gibt es ja das Gebot der Wirtschaftlichkeit, man sollte also das Geld vom Staat nicht für teure Bauhaus Käufe verplempern.

Wie man sich denken kann, wurde mein Erstantrag natürlich abgelehnt. Widerspruch eingelegt und sachlich begründet. Wirtschaftlichkeit, günstig einkaufen-also mehr Kohle für das gleiche Geld. Außerdem im Sinne der Ausführungsvorschriften gehandelt und natürlich möchte man auch nicht gegenüber Menschen mit Heizung zu Hause benachteiligt werden. Darüber hinaus fragt man sich auch, mit welchem Recht das Jobcenter eigentlich bestimmen will wann es kalt zu sein hat ?

Vor kurzem nun, immerhin schon nach beinahe drei Monaten, hat man es geschafft meinen Widerspruch zu bearbeiten…natürlich wieder abgelehnt. Okay, nun ist man also als Mensch mit Ofenheizung doppelt gearscht : zum einen hat man den Beschaffungsstress, zum anderen hab ich nun also die Wahl. Sollte es tatsächlich im September mal kalt werden, dann kann ich mir überlegen ob Stube warm oder essen. Denn die Kohlen die ich kaufen müsste, darf ich ja dann von meinem Lebensunterhalt bezahlen. Wenn ich dann die Rechnung einreiche, kann es schon mal zwei Wochen dauern, bis man mir das Geld erstattet. Könnte mir evtl. Noch vorstellen, dass man die Kostenübernahme komplett ablehnt, denn es darf ja nur vom 01.10. – 31.04. kalt werden, hat ja das Jobcenter so festgelegt soll sich Petrus halt dran halten.

Ach ja, nicht zu vergessen natürlich, dass man im Sommer ca. 170.-€ – 190.-€ für eine Tonne Kohle bezahlt. Im Herbst oder Winter sind’s dann schon mal 230.-€. Rechnet mal durch wie viel Kohle man also weniger bekommt. Im Sommer bekommt man drei Tonnen für 510.-€, im Herbst oder Winter zahlt man für zwei Tonnen schon 460.-€. Super durchdacht beim Jobcenter.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es im Sinne des Gesetzgebers ist, dass jemand mit Ofenheizung derart benachteiligt wird. Gab es da nicht mal so etwas wie den Gleichbehandlungsgrundsatz ? Sicher, ich könnte jetzt Klage beim Sozialgericht einreichen, aber will man sich den ganzen Kram mit Prozesskostenhilfe usw. antun, zumal die Angelegenheit dann wahrscheinlich erst in zwei Jahren oder mehr entschieden wird ?

Genau darauf bauen die Leute beim Jobcenter – Fördern und fordern – das ich nicht lache. Das ich chronisch krank bin und schwer behindert dazu, sei hier nur am Rande erwähnt.

Das war’s fürs erste, werde euch immer mal wieder auf dem Laufenden halten.

Greetz from Detman 🙂